Alpe Adria-Radweg – Teil 1 – Salzburg bis Bad Gastein

Der Alpe Adria-Radweg

Der Alpe Adria-Radweg führt in sieben bis acht Etappen von Salzburg nach Grado am Golf von Venedig. Insgesamt umfasst die Strecke etwa 410 km. Die Strecke ist radtouristisch sehr gut ausgebaut und landschaftlich wunderschön.

Das anspruchsvollste Teilstück ist die Etappe von St. Johann im Pongau bis nach Bad Gastein. Danach geht es im Prinzip fast nur noch bergab. Die Strecke ist bei Radtouristen sehr beliebt. Immer wieder kommt man mit anderen Radfahrern spontan ins Gespräch – vermutlich auch deshalb, weil man sich hier, wie auch sonst im Leben, immer mehrmals trifft.

Wir sind diese Strecke Mitte bis Ende Mai dieses Jahres gefahren. Das Wetter begann sehr bescheiden mit Dauernieselregen, besserte sich aber von Tag zu Tag und war dann in Italien durchgängig sonnig

Tag 1 der Alpe Adria-Tour, von Salzburg nach St. Johann im Pongau

Starttermin war der 16.05.2026. Schon der Vorabend hatte mit Nieselregen das Thema gesetzt. Zunächst war es nur bewölkt, später setzte dann der Nieselregen ein. Immer wieder hielten wir an und überlegten, ob es sinnvoller wäre, auf eine Regenpause zu warten oder einfach weiterzufahren. Irgendwann spielte das keine Rolle mehr, es war alles durchnässt.

Der Alpe Adria-Radweg ist auf dieser Strecke identisch mit dem Tauernradweg. Eine erste Prüfung war für mich der Anstieg zum Pass Lueg. Obwohl hier die längste Steigung des Etappe anstand, habe ich mich im Eco-Modus meines Pedelec den Berg hochgearbeitet.

Mein Fahrradcomputer signalisierte mir nämlich, dass die Akkureichweite für die gesamte Strecke möglicherweise nicht ausreichen würde. Also musste ich die Kräfte (des E-Motors) einteilen.

Als ich den Pass Lueg erreichte (meine Frau wartete bereits), stellten wir zu unserer Freude fest, dass es dort ein kleines Hotel und Restaurant/Café gab. Und besser noch: Es hatte tatsächlich geöffnet. Der Mann an der Rezeption kümmerte sich gleichzeitig um die Gäste im Gasthausbereich.

Der Apfelstrudel war frisch, mit Zitrone und Rum , und zusammen mit dem Schokoladenkuchen das Angebot des Tages. Der Wirt konnte uns beruhigen, dass es jetzt zunächst längere Zeit bergab ging. Erst kurz vor St. Johann, unserem heutigen Zielort, warteten wieder einige Kilometer leichte Steigung auf uns.

Ich entspannte mich etwas und wechselte in den Auto-Modus meines Pedelecs. Im Auto-Modus stellt sich das Rad jeweils darauf ein, ob Unterstützung nötig ist oder nicht. Zunächst ging die vom Computer errechnete Reichweite stark zurück, dann stieg sie an, während gleichzeitig der Akkustand sank. Künftig orientierte ich mich dann doch eher am Ladezustand des Akkus als an irgendwelchen errechneten Restlaufzeiten.

Wir waren bereits in St. Johann, als es wieder anfing zu regnen. Wie ich fand, ein passender Abschluss dieser Tour.

St. Johann selbst ist in der Nebensaison ein sehr ruhiger Ort. So bestätigte es mir meine Frau, die unbedingt nochmal ins Dorf wollte. Auch im Hotel war merkbar, dass wir keine Hauptsaison hatten. Auf meine Frage, ab wann die Bar geöffnet sei, bekam ich zur Antwort: „Ab 20. Juni.“ Ich hätte also noch fünf Wochen warten müssen.

Tag 2 der Alpe Adria-Tour, von St. Johann im Pongau nach Bad Gastein

Es war der 17.05.2026. Nach einem Tag Erfahrung mit der Reichweitendarstellung des Fahrradcomputers wurde ich etwas mutiger. Unabhängig von den schwankenden errechneten Restreichweiten achtete ich nun hauptsächlich auf den Akku-Ladezustand, der allerdings auch in beunruhigendem Tempo südwärts ging.

In der Streckenbeschreibung ist vermerkt: Die Streckenführung ist stetig ansteigend. Das ist so nicht ganz richtig. Es geht auch mal bergab, bevor es wieder bergauf geht.

Ich zählte drei starke Steigungen auf der Strecke. Aber nun, da ich mich von angeblichen Reichweitenbeschränkungen meines Pedelec nicht mehr irritieren ließ, zogen wir im Auto-Modus relativ entspannt an den mühsam kämpfenden Gravel-Bikern vorbei. Im Vorbeifahren entschuldigte ich mich lachend für unsere Leichtigkeit, die Gravel-Biker lachten auch, allerdings wirkte es etwas gequält.

Glücklicherweise konnten wir unterwegs in einer Gaststätte unsere Akkus wieder etwas aufladen. Das hätte sonst tatsächlich noch eng werden können. Insbesondere deswegen, weil in Bad Gastein der Weg zum Hotel Salzburger Hof gefühlte 100% Steigung hatte.

Das Hotel Salzburger Hof ist ein altehrwürdiges Hotel. Im Entrée hängen mehrere Portraits von Celebrities, die mal hier zu Gast waren. Und jetzt sind wir hier. Das passt. Wir haben ein Eckzimmer mit zwei kleine Balkonen in der zweiten Etage. Aber auch hier, ähnlich wie in St. Johann: Erkennbar Nebensaisonbetrieb.

Ein Spaziergang durch den Ort bestätigt diesen Eindruck. Es ist Sonntag Nachmittag, ca. 16:00 Uhr. Wir finden dann doch noch zwei Cafés, die geöffnet haben, das erste hatte draußen keinen freien Platz mehr, 5 der 6 Plätze waren belegt, das Nächste sah zwar von außen nicht sehr attraktiv aus, aber die Nachmittags-Stimmung war okay. Und der Cappuccino war ausgesprochen lecker.

Eine Restaurant-Empfehlung muss ich abgeben: Das Jägerhäusl. Klingt zunächst nach Hüttengaudi. Das Restaurant will sich aber genau dort nicht positionieren. „Kein Kerzenschein-Kitsch. Kein Après-Ski-Lärm. Etwas dazwischen — und besser als beides.“1 Homepage Jägerhäusl, Bad Gastein

Das Konzept umfasst reduzierte Öffnungszeiten (5 Tage pro Woche, nachmittags ab 16 Uhr) aber Speisen bis 24 Uhr. Damit schließen Sie eine Lücke, die man als Gastronomiebesucher auch von der Heimatregion kennt: Man bekommt sonst ab 21 Uhr fast nirgendwo etwas zu essen.

Schon klar, spät essen ist total ungesund, man schläft dann schlechter etc. pp. Aber wenn ich im Urlaub bin und nicht schon um 21 Uhr ins Bett gehen möchte, ist es schön zu wissen, wo ich auch um 21:35 Uhr aus der gesamten Speisekarte auswählen darf.

Übrigens, Sonderwünsche waren kein Problem, Burger mit zwei Patties, Pizza ohne Käse (wurde tatsächlich am Nachbartisch bestellt). Zu allem gab es als Antwort: „Ja, gerne.“

Mit und ohne Sonderwünsche war die Bedienung durchweg sehr kundenorientiert und freundlich. Aus dem schmalen Blickwinkel, aus dem ich das beurteilen kann, ist dieses Speiserestaurant für Urlauber eine klare Empfehlung.

Und wie es ab Bad Gastein auf dem Alpe Adria-Radweg weiterging, erzähle ich in einem späteren Beitrag.

Herzlichst, Ihr

Rolf Koch

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