Start in die Rheingauer Schlemmerwochen

Wie im letzten Jahr, so auch dieses Jahr: Am ersten Tag der Rheingauer Schlemmerwochen sind wir im Wein- und Sektgut F.B. Schönleber zu einer kulinarischen Weinprobe. Florian Kreller und sein Team von „Die Wirtschaft“ haben wieder ein vorzügliches 4-Gänge- Menü gezaubert, das von Sekt und Wein der Brüder Schönleber begleitet wurde.

Wir haben glücklicherweise noch ein Zimmerchen im Hotel der Schönlebers bekommen. So können wir den Abend unbeschwert genießen. Anders als gedacht, moderiert Bernd Schönleber den Abend alleine, da Ralf Schönleber dringend in die Weinberge musste. Das Wetter bringt zur Zeit einige Probleme für den Weinbau, denen oft zeitnah entgegengewirkt werden muss.

Wieder gab es Einiges zu lernen. Hätten Sie gewusst, dass nur etwa 2% des in Deutschland hergestellten Sektes nach der Methode der klassischen Flaschengärung hergestellt wird?

Auch interessant: Für die zweite Gärung (Flaschengärung) werden etwa 24 Gramm eines Zucker-Hefe-Gemisches je Flasche zugegeben. Und nach der Gärung sind auf der Flasche ca. 6 Bar Druck, der durch das Vergären des Zuckers bzw. die resultierende Kohlensäure entsteht.

Wir erfahren auch, dass die Ertragsreduzierung bereits im Blütestadium stattfindet. Würde man erst dann ausdünnen, wenn die Trauben schon ausgeprägt sind, so besteht die Gefahr, dass von angeschnittenen Trauben Saft austritt. Das wiederum könnte zu Pilzbefall und Risiken für die Weinqualität führen. Frühe Ertragsreduzierung ist also ein Qualitätsmerkmal.

Erwartungsgemäß war es wieder ein toller Abend mit schönen Eindrücken, interessanten Geschichten und netten Gesprächen mit Gleichgesinnten.

Rheingauer Schlemmerwochen
Susanne Schönleber schenkt den Begrüßungssekt ein, eine Cuvée Katharina, Riesling Sekt brut.
Rheingauer Schlemmerwochen
Der erste Gang: Spargelsalet mit pochiertem Ei und Algen-Caviar-Schmand.
Rheingauer Schlemmerwochen
Waldmeister-Frischkäse-Mousse mit frischen Erdbeeren zum Abschluss.
Angeregte Gespräche, mein Engel schaut zu mir.

10. Kiedricher Weinsteig

Am ersten Aprilwochenende, dem 06. und 07. April 2024, luden Kiedricher Winzer ein zum 10. Kiedricher Weinsteig. Das Wetter war fantastisch, der Andrang war riesig. Die Stände der neun teilnehmenden Winzer reihten sich entlang des Kiedricher Weinsteigs, vom Weinprobierstand bis zur Burg Scharfenstein. Mit Kiedricher Weinen, Pizza, Bratwurst, Gyros und Eis war umfassend für das leibliche Wohl der Gäste gesorgt.

Mein Wein des Monats März 2024

Von Geisenheim über Rüdesheim und noch knapp 4 km weiter fließt der Rhein von Ost nach West, wir haben hier also eine generelle Südausrichtung der Weinlagen. Wenn Sie an der Autofähre nach Bingen vorbei noch etwa 200 Meter dem Rhein folgen und dann rechts hoch in die Weinberge stechen würden, wären Sie mitten in der Ersten Lage Rüdesheimer Ramstein. Die Lage hat ein relativ geringes Gefälle (ca. 15%). Der Boden ist (gemäß VDP-Lagenkarte) geprägt von Schwemmland und Lösslehm.

Ein Wein aus dieser Lage, der 2019 Rüdesheimer Ramstein, trocken, VDP Erste Lage, vom Weingut Johannishof, ist mein Wein des Monats März 2024.

Hier unser Verkostungsprotokoll:

Die Farbe:
Durchscheinendes zartes Gelb mit grünlichen Reflexen.

Der Duft:
Wenn man, so wie ich (bislang), bei Rüdesheimer Lagen zunächst an Schiefer denkt, dann ist man eventuell erstaunt über die sehr fruchtige Note, die einen aus dem Glas anlacht. Man findet den frischen Duft von Ananas, aber auch etwas gesetztere Noten von Pfirsich.

Der Geschmack:
Ein eleganter, aber auch dichter Wein mit gut eingebundener Säure und relativ geringer Mineralität. Zum fruchtigen Geschmack gelber Früchte gesellt sich eine Ahnung von reifem Apfel.

Ein wunderbarer Essensbegleiter, den wir zu gebratenem Huhn mit gedünsteten und dann in Butter geschwenkten Möhrchen genießen durften.

wineBANKers Table am 26.02.2024

Riesling aus den berühmtesten Schieferlagen der Mosel präsentierte das Weingut Wwe Dr. H. Thanisch – Erben Thanisch am 26.02.2024 in der wineBANK Rheingau. Das in Bernkastel-Kues ansässige VdP-Weingut hat eine über 375-jährige Geschichte und wird nun bereits in 4. und 5. Generation von Frauen geleitet, erfahren wir von Christina Thanisch, der Tochter von Inhaberin Sofia Thanisch. In den eigenen Weinbergen wird ausschließlich Riesling angebaut. Und auch nur Trauben aus diesen Weinlagen werden in den eigenen Weinkellern ausgebaut. Für die Gärung werden grundsätzlich keine künstlichen Hefen verwendet. Durch die Verwendung natürlicher Hefen soll der Terroir-Gedanke betont werden, der auch die Grundidee der VdP-Klassifikation darstellt.

Vorgestellt wurden fünf Weine, vom Ortswein bis zu den Großen Lagen „Lay“, „Badstube“ und die sonnenverwöhnteste Lage „Doctor“, eine Lage mit Süd- bis Südwest-Ausrichtung und bis zu 70% steilen Schieferhängen. Der 2022 DOCTOR Riesling GG, trocken, ist eine der Ausnahmen, bei denen zusätzlich etwas Reinzuchthefe verwendet wird. Ansonsten sind die Riesling-Weine, Mosel-typisch, wie wir erfahren, eher feinherb bis restsüß ausgebaut. Für Rheingauer Riesling-Freunde eine interessante Erfahrung, ist man hier doch eher trocken ausgerichtet. Und bemerkt eventuell nicht, was einem entgeht. Und so bricht Club Manager Dominic Nebel eine Lanze für die Kombination von Wildragout und feinherbem Riesling von der Mosel.

wineBANKers Table am 26.02.2024
Christina Thanisch zwischen Christian Ress und Club Manager Dominic Nebel.
wineBANKers Table am 26.02.2024
Club-Atmosphäre
wineBANKers Table am 26.02.2024
Alte Reben, ein Großes Gewächs und drei Weine aus Großen Lagen.
wineBANKers Table am 26.02.2024
Zum feinherben Wein gab´s ein feines Käsebuffet.
Weiter hinten im Keller.

Mein Wein des Monats Februar 2024

Im Januar hatte ich von unserer privaten Verkostung mehrerer Rheingauer Weine berichtet. Dabei fiel uns ein Gutswein auf, der uns allen sehr gefallen hat. Die Rede ist hier vom 2022 Riesling „Trumpf“ Gutswein vom VdP-Weingut Jakob Jung. Nun ist zwar der Gutswein die unterste Stufe in der Klassifikation des VdP . Aber der Gutswein ist eine Art Aushängeschild des Weingutes. Da zeigt der Winzer, was er für wichtig hält. Oftmals sind da dann auch gehobene Lagen des Weingutes mit drin. Das Weingut Jakob Jung hat Rebflächen in zwei Ersten Lagen und zwei Großen Lagen.

Hier unser Verkostungsprotokoll:

Die Farbe:
Helles Gelb mit grünen Reflexen.

Der Duft:
Grüne und gelbe Früchte: Papaya, Mango, Kiwi, grüner Apfel.

Der Geschmack:
Ein schlanker Wein, die Säure ist fein integriert und nicht dominant. Die vielfältigen Fruchtnoten sind eingebettet in eine angenehme Mineralität. Leicht kräutrige Anteile, nachklingender Abgang.

Ein schöner Wein, der sich einem sofort erschließt.