Urlaub auf Sylt in 2026

Eine Woche auf Sylt

Einleitung

Anfang August waren wir gut eine Woche auf Sylt. Nach einigen Jahren war es mal wieder Zeit, meine Lieblingsinsel zu besuchen und zu schauen, was sich dort inzwischen so tut.

Und es tut sich einiges. Es wird viel gebaut – nicht nur Einfamilienhäuser, sondern auch Mehrfamilienhäuser.

Manches Restaurant hat dicht gemacht. Das „Luzifer“ an der Strandpromenade von Westerland gibt es beispielsweise nicht mehr. Andere Lokale, die schon vor Jahrzehnten da waren, gibt es weiterhin. „De Kök“ in der Friedrichstraße in Westerland gehört dazu, ebenso das Restaurant „Zur Mühle“ in Munkmarsch. Und natürlich gibt es auch den „Gosch“ am Lister Hafen (und nicht nur da) noch – allerdings deutlich größer als damals, als er tatsächlich nur eine kleine Fischbude war.

Im Folgenden möchte ich ein paar Erlebnisse dieser Woche schildern. Es geht zunächst wieder um Kaiserschmarrn, aber nicht nur.

Auf der Suche nach dem besten Kaiserschmarrn

Wenn Sie auf Sylt sind, sollten Sie auch einmal ins „Pius on the Beach“1Homepage: Pius on the Beach gehen. Das Restaurant liegt quasi gegenüber der Nordseeklinik und bietet etwa 50 Plätze im Außen- und rund 40 im Innenbereich. Die Tages- und Abendkarte ist gut sortiert, auf der Weinkarte finden sich auch Weine aus dem Rheingau. Der Service war bei unseren beiden Besuchen ausgesprochen zuvorkommend.

Auf der Karte findet sich auch ein Kaiserschmarrn. Mit Rosinen und Mandeln – wie ich es liebe. Dazu Apfelmus, Rote Grütze und Vanilleeis, jeweils in separaten Schälchen serviert.

Auf meiner Suche nach dem besten Kaiserschmarrn musste ich natürlich eine Probe nehmen. Also bestellte ich ihn.

Was dann kam, war allerdings ein Kaiserschmarrn ohne Rosinen und Mandeln. Außerdem wirkte er etwas durchweicht von dem Zuckersirup, der eigentlich hätte kandieren sollen.

Ich reklamierte die fehlenden Mandeln und Rosinen. Die Bedienung nahm den Kaiserschmarrn sofort zurück, bat um Entschuldigung und tauchte fünf Minuten später mit einer neuen Portion auf, die – wie sich herausstellte – gerade von einem anderen Gast bestellt worden war. Außerdem bot man mir an, die Beilagen neu zu servieren. Ich beschränkte mich auf ein neues Schälchen Vanilleeis.

Die zweite Portion war dann deutlich besser: nicht durchfeuchtet, der Zuckersirup schön kandiert. Insgesamt würde ich diesen Kaiserschmarrn irgendwo direkt hinter den ersten beiden auf meiner ewigen Bestenliste platzieren.

Der erste Versuch war also ein Voll-Flop, der zweite war gut. Über die Küche kann ich deshalb aus eigener Erfahrung kein wirklich eindeutiges Urteil abgeben.

Was mir allerdings besonders gut gefiel, war die Reaktion der Bedienung.

NLP im Urlaub

Am ersten Urlaubstag hatten wir noch keine Fahrräder. Deshalb wollten wir zum Abendessen ein Restaurant in fußläufiger Entfernung besuchen.

Unsere Wahl fiel auf die Osteria am Westerländer Campingplatz, etwa 1,3 Kilometer von unserer Unterkunft entfernt. Wir nahmen am Bartresen Platz, ungefähr einen Meter vom Take-away-Schalter entfernt.

Und dort konnte ich eine kleine Präsentation in angewandtem NLP beobachten.

Ein Mann kam mit seinen beiden Kindern herein, ging zum Schalter und wartete. Die Mitarbeiter hinter dem Tresen beachteten ihn zunächst nicht weiter. Einer war wohl nur für das Einsortieren der gespülten Weingläser zuständig. Eine Mitarbeiterin kam mit benutzten Gläsern, stellte diese ab und ging dann wieder.

Der Mann am Schalter wurde merklich unruhig.

Schließlich, nach ungefähr fünf Minuten kam ein weiterer Mitarbeiter, erledigte zunächst etwas hinter dem Tresen, ging dann geradezu freudestrahlend auf den Mann am Schalter zu und fragte mit ansteckender Fröhlichkeit:

„Geht es Ihnen gut?“

Mein erster Gedanke: „Heikles Thema!“

Aber der Kunde ließ sich von dieser freundlich-positiven Stimmung, die der Mitarbeiter aus allen Poren strahlte, mitnehmen und gab freudig seine Bestellung auf.

Wow, dachte ich. Das war meisterhaft. Leading at its best.

Funktioniert vielleicht nicht bei jedem und auch nicht immer, aber hier hatte es durchschlagenden Erfolg.

Hat mir gut gefallen. Es gefällt mir übrigens grundsätzlich, wenn Restaurant-Mitarbeiter versuchen, ihre Gäste in eine gute Stimmung zu bringen.

Was verbindet mich mit Sylt?

Seit meinem achten Lebensjahr war ich fast jedes Jahr auf Sylt.

Nein, das stimmt nicht ganz. Ich schätze, im Schnitt war ich ungefähr alle drei Jahre dort.

Zuerst mit der Familie, in einem Ferienheim für Familien in der Nähe von Rantum.

Der Beginn meiner Sylt-Experience fiel ungefähr mit der Zeit zusammen, in der die Insel als Urlaubsziel für die Reichen und Schönen entdeckt wurde. Das konzentrierte sich damals allerdings vor allem auf Kampen. Wir waren weit davon entfernt – in Rantum.

In Kampen war ich in den 80er-Jahren einmal, um am Roten Kliff meinem Bruder beim Windsurfen zuzusehen. Auf einem selbstgebauten Surfboard.

Für uns war Sylt einfach der bevorzugte Urlaubsort. Dort war es schön. Auch bei schlechtem Wetter.

Egal, ob Kampen oder Rantum, Hauptsache Sylt. Die Insel.

Was macht Sylt aus?

Sylt war in den 60er-Jahren noch weitgehend „down to earth“. Es gab Familienferienheime, Jugendherbergen in List und in der Nähe von Hörnum oder die Jugendherberge „Dikjen Deel“ zwischen Rantum und Westerland.

Jugendherbergen gibt es auch heute noch. Und Campingplätze ebenfalls. Unser Familienwohnheim wurde mittlerweile zu Ferienwohnungen umgebaut.

Sylt – das ist wilde Natur und straffer Wind, der einem auf dem Weg zum Strand die Sandkörner ins Gesicht bläst. Sylt sind hohe Wellen, die Respekt einflößen, uns als Kinder aber gleichzeitig neugierig machten: Kann man es mit diesen Wellen aufnehmen?

Sylt, das waren auch die Surfer, die in ihren Autos übernachteten. Zum Beispiel am Roten Kliff in Kampen.

Auf Sylt konnte und kann jeder nach seiner Façon glücklich werden: Surfer, Camper, junge Familien, Reiche und die dazu passenden Schönen.

Und seit den 80-ern immer wieder auch Punker, die diese schöne Insel offenbar ebenfalls für sich entdeckt haben.

Was bedeutet mir Sylt

Und genau das ist es, was Sylt für mich seit jeher bedeutet.

Hier treffen die unterschiedlichsten Lebensentwürfe aufeinander. Und für alle ist Platz. Für alle ist es gut.

Sylt ist groß genug, dass man sich nicht gegenseitig auf den Geist gehen muss. Und gleichzeitig überschaubar genug, dass man eigentlich alles an dieser Insel mögen kann.

Sylt ist eine Insel, die entweder fasziniert – oder bei der der Funke einfach nicht überspringt.

Wer bis hierher gelesen hat, ahnt vielleicht, zu welcher Gruppe ich gehöre.

Ich will hier einmal ganz abrupt enden. Ich könnte noch viel mehr über Sylt erzählen. Muss aber nicht sein.

Ich wünsche Ihnen weiterhin ein gutes Leben.

Herzlichst, Ihr

Rolf Koch

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