An einem Samstag im Juni machten sich meine holde Gattin und ich mit dem Fahrrad auf den Weg zum Gutsausschank des Weingut Hamm in Oestrich-Winkel1Homepage Weingut Hamm, Oestrich-Winkel, um dort zu Mittag zu essen. Da für diesen Tag Höchsttemperaturen von rund 39 °C angekündigt waren, starteten wir bewusst früh. Für den Hinweg ging dieser Plan auch bestens auf – gegen Mittag erreichten wir unser Ziel, gerade als die größte Hitze begann.
Der Wein des Monats kommt diesmal mit einem kleinen Dreh: Entdeckt haben wir ihn beim Weingut Hamm in Oestrich-Winkel, wo uns an diesem heißen Tag gleich zwei Weine sehr gut gefallen haben. Ein Wein vom Weingut Dr. Wehrheim aus Birkweiler, ein Wein vom Weingut Hamm aus Oestrich Winkel.
Und wie immer, wenn ich mich nicht entscheiden kann, entscheide ich mich für beides, also für beide Weine. Der eine als Wein des Monats Juni 2026, der andere wird mein Wein des Monats Juli 2026.
Zuvor fiel uns das Weingut Hamm schon auf, weil es schräg gegenüber von Cornel´s Bistro (das heutige „Kaffee&Kissen“) lag, in das uns unsere Tochter gelotst hatte. Cornel´s Bistro war damals bei unserer Tochter und ihrer Peergroup recht angesagt.
Zurück zum Weingut Hamm. Dieses ist seit 1990 ökologisch zertifiziert. Bereits seit 1953 ist das Weingut VDP-Mitglied. Die etwa 7 ha Anbaufläche sind zu 90% mit Riesling bestockt und zu 10% mit Spätburgunder. Sämtliche Lagen sind entweder VDP.ERSTE.LAGE® (Winkeler Dachsberg) oder VDP.GROSSE.LAGE® (Winkeler Hasensprung, Winkeler Jesuitengarten, Hallgartener Schönhell).
Am letzten Wochenende, Samstag, den 27.06.2026, fuhren wir zum Mittag essen in den Gutsausschank des Weingutes Hamm. Mit dem Bio-Bike, rund 21 km. Mittags um 12:00 Uhr. Auf der Straße eine Affenhitze (39°C). Drinnen im Innenhof wirklich angenehmes Sein. Ein Zweier-Tisch in der Nähe der Hauswand unter dem ausladenden Blätterdach eines Baumes, das ausreichenden Schatten gab.
Gasthof im Weingut Hamm
Weingut Dr. Wehrheim aus Birkweiler
Parallel zum Essen haben wir ein paar Rieslinge verkostet. Gutsweine, Erstes Gewächs, Großes Gewächs.
Wer mich kennt, weiß, dass ich für meinen Wein des Monats gerne auf die Gutsweine schaue, die Visitenkarte eines Weingutes. Und da gab es zwei, die es mir angetan hatten.
Einer der beiden war ein Wein des mit dem Weingut Hamm befreundeten Weingutes Dr. Wehrheim aus Birkweiler in der Südpfalz3Anmerkung: Franz Wehrheim und Aurelia Wehrheim-Hamm sind seit 2020 verheiratet.. Ein Weißburgunder.
Das Weingut Dr. Wehrheim ist ebenfalls VDP-Weingut4Homepage: Weingut Dr. Wehrheim. Es bewirtschaftet etwa 20 ha Rebfläche: Über die Hälfte der Rebfläche sind bestückt mit Riesling und Weißburgunder.
Mein Wein des Monats Juni 2026
Mein Wein des Monats Juni 2026 ist der 2025 Weissburgunder Buntstück Gutswein vom VDP-Weingut Dr. Wehrheim aus Birkweiler.
Genussprotokoll zum 2025 Weissburgunder Buntstück Gutswein vom VDP-Weingut Dr. Wehrheim aus Birkweiler
Die Farbe
Im Glas präsentiert sich der Weißburgunder in einem hellen Gelb, das zarte goldene Reflexe erkennen lässt. Eine Farbe, die Frische und Reife andeutet.
Der Duft
Der erste Eindruck in der Nase ist geprägt von Birne und Quitte, begleitet von einem feinen Blütenduft. Eine dezente Anisnote verleiht dem Bouquet eine elegante Würze und sorgt für zusätzliche Tiefe.
Der Geschmack
Am Gaumen zeigt sich der Weißburgunder ausgesprochen ausgewogen. Aromen von reifem Apfel, saftiger Birne und sonnengereifter Aprikose prägen den ersten Eindruck. Eine ganz feine Bitternote, die an Orangenzeste erinnert, setzt einen spannenden Akzent, ohne sich in den Vordergrund zu drängen. Die angenehm moderate Säure lässt den Wein besonders harmonisch wirken, während eine feine Kräuterwürze und dezente Mineralität ihm Struktur und Charakter verleihen.
Der Nachhall
Der lange Nachhall wird von der eleganten Kräutrigkeit getragen. Die zarte Bittersüße der Orangenzeste lässt den Wein mit einer feinen, animierenden Würze ausklingen und macht Lust auf den nächsten Schluck.
Fazit
Der 2025 Weissburgunder Buntstück Gutswein vom VDP-Weingut Dr. Wehrheim in Birkweiler ist ein Wein, der nicht auf vordergründige Opulenz setzt, sondern mit seiner Balance überzeugt. Frucht, Kräuterwürze und feine Mineralität verbinden sich zu einem ebenso eleganten wie unkomplizierten Genuss.
Seit knapp drei Jahren stelle ich in dieser Rubrik einen Wein des Monats vor. Es ist in der Regel ein Wein, den ich mehr oder minder zufällig gefunden habe. Der mir spontan zusagte oder vielleicht auch erst etwas später zusagte. Nun sind solche Zufälle nicht beliebig monatlich reproduzierbar.
„Hier stehe ich, ich kann nicht anders!“ So sprach im April 1521, also ziemlich genau 505 Jahre vor unserer Zeit, Martin Luther auf dem Reichstag zu Worms, als er seine Schriften und Thesen widerrufen sollte1Deutschland Museum Homepage.
Hiestand, der Name des Weingutes aus Guntersblum, das am 27.April 2026 beim 136. wineBANKers Table zu Gast war, bedeutet etwas Ähnliches „Hier stehe ich“.
Im fünften und letzten Artikel dieser Reihe widmen wir uns dem Thema „Der Rotwein schmeckt bitter“ .
Der Rotwein schmeckt bitter
Vielleicht kennen Sie das: Sie nehmen einen Schluck Rotwein – und plötzlich zieht sich alles zusammen. Oje, der ist bitter, das ist aber kein Guter. Oder doch?