Was bisher geschah
Das erste Teilstück unserer Alpe Adria-Tour führte von Salzburg über den Pass Lueg nach St. Johann im Pongau (bitte nicht verwechseln mit St. Johann in Tirol) und von dort über eine anspruchsvolle Bergstrecke nach Bad Gastein1 Alpe Adria-Radweg – von Salzburg nach Bad Gastein. Bad Gastein ist der heutige Startpunkt.
Tag 3 der Alpe Adria -Tour – von Bad Gastein nach Spittal
Montag, der 18.05.2026.
Vom Hotel Salzburger Hof in Bad Gastein führt der Alpe Adria-Radweg zunächst wieder bergab und anschließend auf rund fünf Kilometern noch einmal rund 150 Meter hinauf bis zum Bahnhof in Böckstein. Statt die Alpen zu überqueren, geht es hier ein Viertelstündchen mit dem Zug weiter, der sogenannten Tauernschleuse. Die Bahn fährt von Böckstein nach Mallnitz direkt durch den knapp sieben Kilometer langen Tauernbahntunnel.
Der Zug ist gleichzeitig Autozug und Fahrradzug. Ein Großteil der Mitreisenden sind Alpe Adria-Radtouristen. In unserem Alter und darüber und darunter.


Als wir kurz nach 10:20 Uhr ankamen, war der vorherige Zug gerade abgefahren. Der nächste sollte gegen 10:50 Uhr einfahren und um 11:20 Uhr wieder abfahren. Das heißt, für das Be- und Entladen des Zuges sind etwa 30 Minuten vorgesehen.
Für uns war zunächst nicht ganz klar, wo man sich anstellen musste, wenn man bereits eine Fahrkarte hatte und lediglich einsteigen wollte. Es gab ein Kartenhäuschen für die Autofahrer. Dort können auch Radfahrer eine Karte kaufen. Da wir bereits vom Veranstalter (Eurobike) Karten erhalten hatten, gingen wir also direkt zum Bahnsteig.
Der Zug fuhr ein. Wir erkannten, dass es direkt neben den Fahrgasträumen Radabteile gab. Deshalb strebten wir zunächst dorthin. Aber ein Mitarbeiter der Bahn hielt uns an, ans andere Ende des Zuges zu gehen, dort wäre der Radcontainer. Also sind wir mit unseren Rädern ans andere Ende des Zuges gezogen.
Wenn man nicht so willfährig wie wir den Anweisungen der Bahnbediensteten Folge leistet, kann man sein Rad natürlich auch im Radabteil neben den Fahrgastabteilen abstellen. Und wenn das nicht zu viele andere Mitreisende machen, findet man dort auch einen Platz für sein Rad.
Für uns willfährige Menschen galt für dieses Mal, dass wir unsere Räder zum Fahrradwaggon brachten. Und dann am Zug entlang etwa 150 Meter zurücklaufen mussten, vorbei am Fahrradwaggon, vorbei an den Autos im Autozug-Wagen , um uns dann einen Platz im Personenabteil zu suchen. Und um dann verwundert festzustellen, dass im Radabteil noch Plätze frei gewesen wären. Nun ja, könnte schlimmer sein.
Die Haltezeiten sind darauf eingerichtet, dass alle Radfahrer ihr Rad im Radabteil abstellen und dann im Personenabteil einsteigen können.
Eine knappe viertel Stunde später Ankunft in Mallnitz. Zunächst geht es relativ eben mit leichtem Auf und Ab weiter, dann über etwa sechs Kilometer ca. 500 m bergab. Ich musste immer wieder bremsen, um nicht schneller als 55 km/h zu fahren. Ab 55 km/h wurde es mir persönlich etwas mulmig auf einem fremden Pedelec. Wie auch immer, das war die grandioseste Abfahrt auf dem Alpe Adria-Radweg.

Kleine Anmerkung zum Straßenbelag: Hinter Mallnitz war durch ein Schild vor Straßenschäden gewarnt worden. Allerdings waren dies zunächst nur kleine Riffeln in der Straßendecke. Nichts Gravierendes. Konnte man problemlos mit 45 bis 55 km/h drüberbrettern. Aber kurz vor Obervellach wurde es dann ernst, es gab echte Schlaglöcher in der Straße, man musste wirklich runter mit der Geschwindigkeit. Das war schon ein wenig heikel.
In Obervellbach kamen wir an einem kleinen Café vorbei, das idyllisch an einem Dorfplatz lag. Die Buden auf dem Platz waren alle geschlossen, vermutlich die Überbleibsels eines Dorffestes. Die Häuser auf der gegenüberliegenden Seite waren größtenteils liebevoll restauriert. Mitten dazwischen stand ein noch unsaniertes Gebäude, das dennoch eine große Würde ausstrahlte.
Ich mag schöne Häuserfassaden. Unabhängig davon, ob es in den Häusern dann auch schön ist.


Nach kurzer Rast ging es weiter in Richtung Spittal. Noch etwa 35 Kilometer. Wir folgen zunächst der Möll, ab Möllbrücke geht es dann an der Drau entlang. Entspanntes Fahren, das Wetter wurde ebenfalls besser.


In Spittal waren wir im Hotel Ertl untergebracht, einem netten, familiär geführten Haus. Im eigens eingerichteten Fahrradraum verfügte jeder Doppelstellplatz über zwei Steckdosen. So mussten wir die Akkus nicht aus den Rädern ausbauen und zum Laden mit aufs Zimmer nehmen – eine Annehmlichkeit, die uns in den nächsten Tagen noch öfter begegnete. Wirklich komfortabel.
Und was wir nicht zu hoffen wagten: Die Bar hatte geöffnet, obwohl es früher Abend war und wir die einzigen Gäste waren.
Zu Abend aßen wir im Wirtshaus „Weisses Rössl“2 Homepage Weisses Rössl, Spittal. Das Wirtshaus wirkte auf uns von außen etwas unscheinbar, war aber offenbar mächtig angesagt. Es kamen ständig Menschen, die nach einem Tisch fragten, aber leider abgewiesen werden mussten. Wir bekamen den letzten freien Tisch im Eingangsbereich.
Das Publikum war bunt gemischt, von älteren Ehepaaren bis Menschen mit erkennbarem Alkoholproblem, von jungen Pärchen bis Stammtisch.
Direkt neben unserem Tisch war ein Stammtisch jüngerer bis mittelalter Männer. Erfreulicherweise weder laut noch aufdringlich. Im Gegenteil – ausgesprochen höflich und angenehm.
Was ich immer sehr schätze: Der Kellner war top. Zugewandt, aufmerksam, schnell und verbindlich im Ton.

Den Abschluss des Tages machte wieder ein Besuch in der Bar. Diesmal waren wir nicht die Einzigen. Zwei weitere Gäste hatten ebenfalls den Weg dorthin gefunden.
Und morgen geht es weiter nach Villach an der Drau. Mehr davon in einem der folgenden Beiträge.
Herzlichst, Ihr
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