Es geht bergauf!

Es ist schön, nach einer bzw. zwei ungeplanten Operationen wieder zu Hause zu sein, und sich erholen zu können. Es ist schön, wieder alles essen zu dĂ¼rfen und nicht auf „Schonkost“ zu sein. Aber solche Erholungszeiten können sich ziehen wie Kaugummi.

Mir ist klar, dass es nicht sinnvoll ist zu versuchen, sofort durchzustarten. Der Körper zeigt einem Grenzen auf und die bange Frage ist dann immer, ob man ggf. alles noch schlimmer macht. Aber der Wunsch, endlich aufzudrehen, wird immer dringender.

Spazieren gehen ist eine gute Art, den Körper wieder an Aktivität zu gewöhnen. Es ersetzt natĂ¼rlich nicht das normale Training. Aber es zeigt dem Gesamtsystem „Körper“, dass alles gebraucht wird. Und so gehe ich halt spazieren. Zum Beispiel in unserem schönen Rheingau. Oder fahre mit dem Rad am Rhein entlang. GlĂ¼cklicherweise darf ich wieder alles essen.

Es geht bergauf
GlĂ¼cklicherweise darf ich wieder alles essen.

Mein Wein des Monats September 2023

Mein Wein des Monats September 2023 ist der Aufricht Spätburgunder 2021 Alte Reben der Lage Meersburger Sängerhalde.

Die „Meersburger Sängerhalde“ liegt mit sĂ¼dwestlicher Ausrichtung am Bodenseeufer bei Stetten. Ăœberraschend fĂ¼r mich war, dass diese Lage mit fast zweimal so viel Niederschlag gesegnet ist wie z.B. der Assmannshäuser Höllenberg (930 l/qm vs. 516 l/qm) und rund 130 zusätzliche Sonnenstunden pro Jahr erhält (Angaben aus der Lagenkarte des Deutschen Weininstituts).

Diese Betrachtung lädt natĂ¼rlich zu dem genannten Vergleich ein, ist aber zwangsläufig unvollständig. Der Höllenberg ist wesentlich steiler als die Sängerhalde, so dass die Sonnenstrahlung intensiver wirkt. Bei RĂ¼desheim haben wir viel Schieferboden, der bekanntermaĂŸen ein guter Wärmespeicher ist. Die Sängerhalde hingegen hat hauptsächlich den feinkörnigen Geschiebemergel (Angaben aus der Lagenkarte des Deutschen Weininstituts).

Gleichwohl bleibt die Frage: Wie mag ein Spätburgunder aus Alten Reben mit tiefen Wurzeln schmecken, der solche Voraussetzungen mitbekommt.

Der Aufricht Spätburgunder 2021 Alte Reben wurde im Holzfass ausgebaut. Er hat 14% Alkohol. Aus meiner Sicht könnte das genau dann heikel werden, wenn der Alkohol alles andere Ă¼bertönt. Das passiert hier nicht. Im Folgenden mein Genussprotokoll:

Die Farbe: Typischer Spätburgunder, dunkelrot mit violetten Anteilen, klar und durchscheinend.

Der Duft: FĂ¼r mich waren die intensiven Noten roten Pfeffers beeindruckend. Fast zu viel, aber nur fast. Umrahmt wurde es von karamelliger SĂ¼ĂŸe und Aromen von Holunder und Brombeere.

Der Geschmack: Was sich im Duft zeigt, findet sich auch im Geschmack wieder, nämlich dunkle Beeren mit pfeffrigem Auftritt und leichter SĂ¼ĂŸe. Zusätzlich spĂ¼rte ich salzige Noten, die sich gut in den Gesamteindruck einpassten. Keine aufdringlichen Tannine. Auch nach dem Schlucken bleibt der Geschmack noch eine Weile im Mund.

Ein schönes Erlebnis. allerdings hatten wir leider tatsächlich nur eine Flasche dieses leckeren Tropfens erworben. Ein Fehler, den ich nicht wiederholen möchte.

Afterglow: Ein paar Tage am Bodensee

Im Juli diesen Jahres hatte ich einen Artikel Ă¼ber „Ein paar Tage am Bodensee“ geschrieben. Wir waren anlässlich der ARTe Konstanz dort, um Bilder meines Schwagers Hjalmar Thelen auszustellen. Mittlerweile ist auch die ARTe Wiesbaden Vergangenheit (08. bis 10. September 2023). Ich hatte leider weder die Möglichkeit, meiner Frau beim Aufbau oder Abbau des Standes zu helfen, noch sie in sonst einer Form zu unterstĂ¼tzen. Aufgrund einer ungeplanten OP lag ich just zu dieser Zeit im Krankenhaus. Und statt dass ich meine Frau unterstĂ¼tzte, kam sie fast jeden Abend zu mir und erzählte, wieviel Zuspruch die Bilder Ihres Bruders fanden. Es ist eine schöne Aufgabe, diesen herrlichen Nachlass ihres Bruders zu kuratieren und der Ă–ffentlichkeit zu präsentieren.

ZurĂ¼ck zur ARTe Konstanz. Wir hatten ein paar Tage Urlaub vorne angehängt und natĂ¼rlich auch mal die dortigen WeingĂ¼ter angesteuert sowie regelmĂ¤ĂŸig auch ein paar Flaschen erstanden. Da wir eine Mietwohnung in der Schweiz genommen hatten, fuhren wir also regelmĂ¤ĂŸig mit einigen Kisten Wein auf den RĂ¼cksitzen von der Schweiz nach Deutschland und Abends wieder zurĂ¼ck. Das Gespräch mit dem Zoll wäre sicher interessant geworden. Nicht zuletzt deshalb, weil wir auch bis zur ARTe Konstanz ständig die Bilder meines Schwagers im Kofferraum hin und herfuhren. Wie dem auch sei, der Zoll interessierte sich nicht fĂ¼r uns.

Heute Abend werden wir eine der Flaschen öffnen, die wir im Weingut Aufricht aus Stetten in der Nähe von Meersburg erstanden. Ein 2021-er Spätburgunder von Alten Reben der Lage „Meersburger Sängerhalde“.

Hjalmar Thelen: „Das interessiert mich!“

Vernissage am 13.08.2023 in Schlangenbad in der Residenz & Hotel „Am Kurpark“.

Gut besucht war die Vernissage zur Ausstellung „Das interessiert mich“ des leider viel zu frĂ¼h verstorbenen Berliner KĂ¼nstlers Hjalmar Thelen. Musikalisch begleitet wurde die Vernissage am Piano von Hanno Kirsch.

In ihrer Rede lieĂŸ uns die Schwester des KĂ¼nstlers, Dr. Kirsten Thelen, die das Werk ihres Bruders kuratiert, teilhaben an Leben und Wirken ihres Bruders, und an dem, was ihn besonders machte.

Ăœber Anekdoten seiner kĂ¼nstlerischen Laufbahn, seiner Arbeit in Berlin, vermittelte Dr. Thelen ein breitgefächertes Bild des Schaffens ihres Bruders. Was Hjalmar Thelen besonders reizte, war die kĂ¼nstlerische Herausforderung der Darstellung völlig unspektakulärer Motive und Situationen. Die hier gezeigten Bilder sind nur ein kleiner Ausschnitt des Werkes von Hjalmar Thelen.

Hjalmar Thelen: "Das interessiert mich!"

Hjalmar Thelen: "Das interessiert mich!"
Hjalmar Thelen: "Das interessiert mich!"
Hjalmar Thelen: "Das interessiert mich!"