Mein Wein des Monats November 2023

Auch in diesem Monat bleibe ich dabei, einen Wein zu besprechen, den ich hier auf meiner Homepage bereits erwähnt habe. Es ist ein Wein, den ich in der Wein Lounge in Freudenberg gerne zum Essen bestelle. Mein Wein des Monats November 2023 ist der 2019-er Schiersteiner Hölle Riesling Spätlese Granitfass vom Weingut Höhn. Diese Spätlese ist trocken ausgebaut. Laut Eigenaussage auf der Homepage des Weingut Höhn stammen aus der Lage „Schiersteiner Hölle“ die wertvollsten Weine des Weingutes. Soviel zum Einstieg.

2019-er Schiersteiner Hölle Riesling Spätlese Granitfass, trocken.

Schiersteiner Hölle ist also die Lage der Reben, an denen der Wein wuchs. Hölle bedeutet soviel wie Halde oder Hang. Das hatten wir bereits im Vormonat geklärt. Aber was hat es mit dem Granitfass auf sich?

Normalerweise werden Weine in Fässern aus Holz oder Stahl ausgebaut. Seit rund 10 Jahren gibt es eine weitere Variante: Der Ausbau im Granitfass. Das Granitfass kann die Temperatur gleichmäßiger halten als Holz oder Stahl, so dass bei der Gärung geringere Temperaturschwankungen auftreten. Über Weine, die im Granitfass ausgebaut wurden, wird gesagt, dass sie komplexer auftreten.

Laut Jürgen Höhn vom Weingut Höhn ist der im Granitfass ausgebaute Wein harmonischer und die Säure, bei gleichen Messwerten, viel weicher.

Kommen wir nun zum Genussprotokoll:

Die Farbe
Klares helles Gelb mit grünen Reflexen.

Der Duft
Schon im Duft findet man eine Melange aus Süße und Säure. Anklang von Zitrusfrüchten, aber auch Banane und Ananas, ein klein wenig Honig. Im Duft wird die Eleganz und Ausgewogenheit des Weines bereits erlebbar.

Der Geschmack
Leichte mineralische Note. Zu Zitrusfrüchten, Banane und Ananas gesellt sich etwas Apfel, eingebunden in eine feine Struktur aus zarter Säure und leichtem Honigschmelz.

Dieser Wein nimmt mich schon mit seinem Duft für sich ein, wobei ich darüber allerdings nicht vergesse, ihn auch zu trinken. Da der Wein bereits auf der diesjährigen Rheingauer Weinwoche knapp wurde, habe ich vorsorglich ein paar Fläschchen mehr eingelagert.

Mein Wein des Monats Oktober 2023

Ich hatte schon seit einiger Zeit mit der Idee geliebäugelt, hier Weine zu besprechen, die mir gefallen. Und vielleicht auch solche zu besprechen, die mir persönlich nicht so zusagen.

Jetzt wäre eigentlich meine Erwartung gewesen, dass ich hier Rheingau-Weine vorstelle. Wie es der Zufall will, war, horribile dictu, meine erste Weinbesprechung genau keine eines Rheingauer Weines, sondern die eines schönen Spätburgunders vom Bodensee.

Es hat sich einfach so ergeben. Das war im September 2023. Aber natürlich haben wir im Rheingau sehr schöne Weine. Sehr gute Weine für jeden sehr guten Geschmack.

Und da ich in meinen Beiträgen oder Hinweisen zu Weinwirtschaften gerne auch darauf anspiele, dass mir ein Wein besonders zusagt, greife ich mal darauf zurück. Beispielsweise wäre da mein Lieblingswein vom Weingut Dienst in Hochheim (Dorotheenhof): Der 2010-er Hocheimer Hölle Riesling 1. Gewächs.

Der Begriff „Hölle“ hat nichts mit dem Reich des Bösen zu tun, sondern bedeutet soviel wie „Halde“ oder „Hang“. Die Lage „Hochheimer Hölle“ ist ein etwa 36 Hektar großer Hang süd- bzw. südöstlich von Hochheim entlang des nördlichen Mainufers. Diese Lage hat damit direkte Südausrichtung und aufgrund der Nähe zum Main ein besonderes Mikroklima. Ich zitiere weiter auszugsweise aus Wikipedia: „…Der Boden…besteht aus Lösslehmen und tertiären Sedimenten, die mit tertiären Mergeln (Tonmergel) durchsetzt sind. Der Tonmergel führt zu einer guten Nährstoffversorgung, die zu hohen Extraktwerten führt. Dadurch schmecken die Weine kräftig, intensiv… Handwerklich gut hergestellte Weine aus dieser Lage haben ein großes Alterungspotential.“

Was ich im 2010-er Hocheimer Hölle Riesling 1. Gewächs sofort wiedererkenne, ist: „hohe Extraktwerte“, „kräftig und intensiv“ sowie „großes Alterungspotenzial“.

Kommen wir nun zu meinem Genussprotokoll:

Die Farbe
Bernstein bzw. honiggelb. Dies lässt bereits Vorfreude über die folgenden intensiven Duft- und Geschmackserlebnisse aufkommen.

Der Duft
Zunächst: Man möchte garnicht mehr aufhören, in diesen Wein hineinzuriechen. Er lockt mit reifen bis sehr reifen Tönen von Mango, Banane, auch Litschi (Lychee), Honig. Der ein oder andere mag sogar etwas Persipan wahrnehmen.

Der Geschmack
Beim Trinken fällt sofort auf, wie ölig und satt der Wein läuft und damit ein sehr schmeichelndes Mundgefühl gibt. Da Duft und Geschmack zu einem großen Teil über die selben Rezeptoren wahrgenommen werden, finden sich die duftigen Fruchtnoten auch im Geschmack wieder: Honig, Mango, Banane.

Das Ganze wird getragen durch eine milde Säure, die eine wunderbare Symbiose mit den intensiven Fruchtnoten eingeht und die Erinnerung an eine weitere Frucht wachruft: Erdbeere.

Wie bereits gesagt, der Wein ist einer meiner Favoriten. Er verlockt dazu, jeden Schluck für längere Zeit im Munde verweilen zu lassen, da er so schön ist.

Wir haben uns bereits den 2018-er Hochheimer Hölle Riesling 1. Gewächs in den Keller gelegt und freuen uns darauf, ihn in etwas mehr als fünf Jahren aufzumachen, sollte er dann noch im Keller liegen.

Mein Wein des Monats September 2023

Mein Wein des Monats September 2023 ist der Aufricht Spätburgunder 2021 Alte Reben der Lage Meersburger Sängerhalde.

Die „Meersburger Sängerhalde“ liegt mit südwestlicher Ausrichtung am Bodenseeufer bei Stetten. Überraschend für mich war, dass diese Lage mit fast zweimal so viel Niederschlag gesegnet ist wie z.B. der Assmannshäuser Höllenberg (930 l/qm vs. 516 l/qm) und rund 130 zusätzliche Sonnenstunden pro Jahr erhält (Angaben aus der Lagenkarte des Deutschen Weininstituts).

Diese Betrachtung lädt natürlich zu dem genannten Vergleich ein, ist aber zwangsläufig unvollständig. Der Höllenberg ist wesentlich steiler als die Sängerhalde, so dass die Sonnenstrahlung intensiver wirkt. Bei Rüdesheim haben wir viel Schieferboden, der bekanntermaßen ein guter Wärmespeicher ist. Die Sängerhalde hingegen hat hauptsächlich den feinkörnigen Geschiebemergel (Angaben aus der Lagenkarte des Deutschen Weininstituts).

Gleichwohl bleibt die Frage: Wie mag ein Spätburgunder aus Alten Reben mit tiefen Wurzeln schmecken, der solche Voraussetzungen mitbekommt.

Der Aufricht Spätburgunder 2021 Alte Reben wurde im Holzfass ausgebaut. Er hat 14% Alkohol. Aus meiner Sicht könnte das genau dann heikel werden, wenn der Alkohol alles andere übertönt. Das passiert hier nicht. Im Folgenden mein Genussprotokoll:

Die Farbe: Typischer Spätburgunder, dunkelrot mit violetten Anteilen, klar und durchscheinend.

Der Duft: Für mich waren die intensiven Noten roten Pfeffers beeindruckend. Fast zu viel, aber nur fast. Umrahmt wurde es von karamelliger Süße und Aromen von Holunder und Brombeere.

Der Geschmack: Was sich im Duft zeigt, findet sich auch im Geschmack wieder, nämlich dunkle Beeren mit pfeffrigem Auftritt und leichter Süße. Zusätzlich spürte ich salzige Noten, die sich gut in den Gesamteindruck einpassten. Keine aufdringlichen Tannine. Auch nach dem Schlucken bleibt der Geschmack noch eine Weile im Mund.

Ein schönes Erlebnis. allerdings hatten wir leider tatsächlich nur eine Flasche dieses leckeren Tropfens erworben. Ein Fehler, den ich nicht wiederholen möchte.

wineTASTING mit der Rheingauer Weinkönigin

Unter dem Motto „Wein und Kunst“ fand am 26.07.2023 in der wineBANK Rheingau ein Tasting der besonderen Art statt. Die Verbindung von Wein und Kunst. Sechs Weine von sechs Weingütern. Sechs Weine mit Künstleretiketten. Präsentiert von der amtierenden Rheingauer Weinkönigin und den jeweiligen Winzern. Ein schöner Abend mit bleibenden Eindrücken.

Gleich geht´s los!

Rheingauer Weinkönigin
Zuerst muss sich die Rheingauer Weinkönigin, Katja Föhr, einigen Fragen stellen.
Ein 2021-er Charta Riesling vom Weingut Spreitzer.
Bernd Spreitzer stellt das Original-Kunstwerk vor.
Der Supranova Riesling Sekt vom Weingut Schuhmann-Nägler.
Ein Happen zwischendurch: Die Winzza von Chef Daniel.
2020 Le Raisin vom Weingut Prinz, im kleinen Holzfass vergoren.
Der Riesling Achtzehn48 aus dem Revoluzzer-Häuschen des Weingutes BIBO Runge.
Theresa Breuer vom Weingut Breuer.

Und die Doppelmagnum Rüdesheimer Berg Schlossberg Riesling trocken von 2003, die Theresa Breuer mitgebracht hat.

Rheingau Schlemmerwochen beginnen

Unser Start in die Rheingau Schlemmerwochen am 28.04.2023:

Kulinarische Weinprobe im Wein- und Sektgut F.B. Schönleber. Florian Kreller und sein Team von „Die Wirtschaft“ haben ein vorzügliches 4-Gänge- Menü gestaltet, das von Sekt und Wein der Brüder Schönleber begleitet wurde.

Durch den Abend führten Ralf und Bernd Schönleber mit interessanten und lehrreichen Ausführungen zur Sekt- und Weinherstellung sowie persönlichen Geschichten zum Werdegang des Wein- und Sektgutes. Seit über 30 Jahren stellen sie ihren eigenen Sekt in Flaschengärung her, seit knapp 20 Jahren unser präferierter Wein- und Sektdealer. Immer eine sichere Bank. Letzteres gilt heute natürlich auch für andere Winzer im Rheingau und darüber hinaus.

Rheingau Schlemmerwochen
Ralf und Bernd Schönleber führten durch diesen schönen Abend. Mit viel Freude an der Interaktion mit den Gästen.

Rheingau Schlemmerwochen
Ich bin kein Fan von Food-Postings. Sieht aber lecker aus und ist es auch.

Rheingau Schlemmerwochen
Wohlfühl-Ambiente, tolles Essen, tolle Weine, tolle Sekte und keine Frage blieb unbeantwortet.
Mein Engel ist immer mit dabei.