Spiekeroog heute

Wir kennen Spiekeroog noch aus der Zeit, als Johannes Rau mit seinen Kumpels in der Spiekerooger Börse Karten spielte. Das ging über in die Zeit, als Niels Stolberg sich in diese Insel verguckte und beispielsweise aus der abgebrannten Spiekerooger Börse die Spiekerooger Leidenschaft entstehen ließ. Wir erlebten mit, wie diese Insel sich entwickelte und bekamen auch mit, dass es da Rivalitäten zwischen der Gruppe um Niels Stolberg und einem Teil der Ortsansässigen gab. Wie dem auch sei. Reibung erzeugt Wärme.

Spiekeroog veränderte sich über die Jahre, schaffte es aber aus meiner Sicht, das Kernversprechen des ruhigen Rückzugsortes beizubehalten. Keine Autos, kein Motorengeräusch, nur die Elektrowägelchen, die die Koffer in die Unterkünfte bringen oder die Waren zu den einzelnen Geschäften liefern. Fortbewegung auf der Insel erfolgt generell per pedes oder mit dem Fahrrad.

Für mich immer wieder faszinierend: Diese Stille, ggf. unterbrochen durch Vogelgezwitscher. Die folgenden Bilder sollen diese heimelige Stimmung auf Spiekeroog wiedergeben.

Stop-Over in Münster

Münster klingt langweilig, ist es aber nicht. Wann immer wir nach Spiekeroog fahren, machen wir Halt in Münster. Münster, die Studentenstadt. Münster, die Fahrrad-Stadt. Wir übernachten immer in einem Hotel, das direkt am Aasee liegt.

Es wird dort deutlich mehr Rad gefahren als in Wiesbaden. Ist aber auch eine sehr geeignete Umgebung, so rund um den Aasee. Wirkt ein kleines bisschen wie in Kopenhagen. Okay, zugegeben, das ist etwas übertrieben. Aber es hat diese gewisse Leichtigkeit.

Zu unserem großen Glück haben wir dort auch einen bayerischen Biergarten gefunden, das „Spatzl“, etwa 120 m Luftlinie zum Aasee und fußläufig zu unserem Hotel. Die Speisekarte reicht von Obatzter über vegane Schnitzel bis zu Schweinshaxe und Wiener Schnitzel (Kalb). Für jeden was dabei. Es gibt sogar mehrere Weine. Und es gibt Kaiserschmarrn. Da auf der Karte explizit darauf hingewiesen wurde, dass keine Rosinen verwendet würden, fragte ich nach, ob man auf speziellen Wunsch den Kaiserschmarrn auch mit Rosinen bekäme. Die spontane Antwort war: Nein, warum sollten wir Rosinen da haben, wenn wir den Kaiserschmarrn ohne Rosinen machen. Auf meine weitere Frage nach Mandelsplittern grinste sie nur und gab eine Antwort, die der ersten Antwort ähnelte.

Hier kurz unser Testergebnis: Der Kaiserschmarrn ist nicht schlecht. Ganz okay. Aber nicht unter meinen Top 3.

Münster: Kaiserschmarrn im "Spatzl".
Spatzls Kaiserschmarrn.

Mein Wein des Monats August 2024

Ein Bekannter von uns ist LogenWinzer beim Weingut Eser in Johannisberg. So bekommt er jedes Jahr ein Kontingent der Lage Geisenheimer Kläuserweg vom „eigenen“ Weinberg mit eigenem Etikett. Der Geisenheimer Kläuserweg ist eine sehr interessante Lage mit Südausrichtung und sehr unterschiedlichen Bodenanteilen von Löss bis Kies. Glücklicherweise können wir immer wieder mal ein Kistchen bekommen. Eines Abends saß ich im Wohnzimmer und meine Frau kam mit zwei Gläsern Wein, gab mir eines davon. Ich nahm das Glas, roch dran und fragte: „Kläuserweg?“ „Nein, das ist der Wein vom letzten Wochenende.“ Am letzten Wochenende waren wir bei Freunden zu Besuch. Ich musste fahren, deshalb gab es nur Alkoholfreies für mich. Außerdem wurde der dortige Wein hochgelobt, weil er so preisgünstig war. Das machte mich nicht besonders neugierig und so probierte ich nicht einmal ein winziges Schlückchen.

Jetzt hatte ich den Wein im Glas, es war Mittwoch Abend, und der Wein war gut.

Mein Wein des Monats August 2024 ist der 2021-er Riesling trocken vom Weingut Becker aus Mettenheim im Rheinhessischen.

Das Verkostungsprotokoll:

Der Duft:
Im Duft eine sehr zarte Süße von Cantaloupe-Melone, eingebettet in Aromen von Zitrusfrüchten.

Der Geschmack:
Die sanften Fruchtnoten finden sich auch im Geschmack wieder, unterlegt von einer leicht herben Zitrusnote und zusätzlichen kräutrigen Anteilen. Der Wein hat eine moderate Säure von 4,7gr/l und 3,7gr/l Restsüße und kommt damit sehr gefällig daher.

Fazit: Ein schöner Wein für alle Tage.

Aus Fehlern lernen

Am Wochenende sind wir wieder mal eine meiner Lieblingstouren gelaufen. Und ich habe einen meiner Lieblingsfehler gemacht. Doch der Reihe nach. Eine meiner Lieblingstouren ist der abgekürzte Rhein-Wisper-Glück-Trail: In Lorchhausen 3, 5 km hoch in den Wald und dann zweimal nach links abbiegen und zurück nach Lorchhausen. Insgesamt 9 km. Einfache Sache, bergauf geht es hauptsächlich durch den Wald, anschließend geht es quasi nur noch bergab. Braucht man nichts zu trinken mitzunehmen. Damit sind wir bei meinem Lieblingsfehler.

Natürlich kann man die 9 km irgendwie schaffen. Das ist aber bei 34 Grad im Schatten und prallem Sonnenschein eine wirklich schlechte Idee und kann richtig unangenehm werden. Der Weg durch den Wald war nicht wirklich vor Sonne geschützt, sondern schützte hauptsächlich vor Wind, so dass die wärmende Sonne uns den ganzen Weg über verwöhnte.

Es scheint als hätte ich eine Vorliebe, anstrengende Sachen an den wärmsten Tagen zu machen. Unsere Hochzeitsfeier im August 1994 fand am wärmsten Tag des Jahres statt. Zu trinken gab es da aber glücklicherweise genug. War dann auch eine schöne Sache.

Den 30-sten Hochzeitstag im Wald verbracht

Meine Frau habe ich vor über 30 Jahren auf einer Radtour kennengelernt. Sie machte gerne lange Radtouren. Ich machte gerne lange Radtouren. Wandern und Radfahren sind zwei der vielen gemeinsamen Tätigkeiten, die wir damals wie heute gerne gemeinsam unternehmen.

Anfang August hatten wir uns anlässlich unseres 30-sten Hochzeitstages drei Rheinsteigtouren vorgenommen: Von Braubach nach Niederlahnstein, von Niederlahnstein nach Koblenz, von Koblenz nach Vallendar. Den Gepäcktransport hatten wir jeweils mit dem Auto organisiert nach folgendem Muster: Auto am Startpunkt abstellen, Tour wandern, mit S-Bahn zurück zum Startpunkt, dann mit dem Auto zur Zielherberge. Das klappt ganz gut, wenn Start und Ziel jeweils nahe an einem S-Bahnhof liegen. So ist es aber nicht. Der Rheinsteig geht glücklicherweise nicht direkt an den Bahngleisen entlang, so dass teilweise etwas weitere Zubringerwege zum Rheinsteig anfallen. Aber letztlich klappt es immer irgendwie. Und was uns beiden übrigens auch gut gefällt: Wir planen gerne mal spontan um. So wird es jeweils eine vergnügliche gemeinsame Tour mit kleineren Überraschungen.

Überraschend ist es immer, dass man letztlich zu wenig Trinkbares mitgenommen hat. Es ist aber extrem wichtig, dass man genug Wasser dabei hat, wenn man bei strahlendem Sonnenschein und 29 Grad fast-alpin an den Bergen entlangkraxelt.

Rheinsteig kann auch steil.

Alternativ braucht es Möglichkeiten, sich während der Tour versorgen zu können. Die Wein- und Getränke-Schränke im Rheingau sind da eine gute Idee, z.B. oberhalb von Lorchhausen oder direkt neben der Rotweinlaube oberhalb von Assmannshausen.

Bei den drei Rheinsteig-Etappen, die wir gelaufen sind, gab es so etwas nicht. Am ersten Tag hat uns eine Gaststätte auf einem Camping-Platz gerettet, wo wir inmitten fröhlicher Holländer einen Tisch bekamen. Am zweiten Tag verlief die Tour glücklicherweise hauptsächlich durch den schattigen Wald.

Am dritten Tage hatten wir aus unseren Fehlern gelernt und einerseits genug mitgenommen, andererseits bereits nach drei Kilometern eine Rast in einem sehr schönen Biergarten in der Nähe der Festung Ehrenbreitstein gemacht.

Sehr schön gestalteter Biergarten im an die Festung Ehrenbreitstein angrenzenden Landschaftspark, der anlässlich der Bundesgartenschau 2011 angelegt wurde.

Unseren Hochzeitstag verbrachten wir im Wald (Etappe 2). Abends aber dann im Pegelhaus, gegenüber Diehls Hotel.

30-sten Hochzeitstag
Blick vom Pegelhaus hinüber nach Ehrenbreitstein.