Gestern bei strahlendem Sonnenschein eine Radtour über Kostheim, Rüsselsheim, Flörsheim und Hochheim gemacht. Ziel war das Weingut Dienst mit seinen leckeren 1. Gewächsen der Hochheimer Hölle, für mich der 2010-er, für meine Frau der 2016-er.
Und auf dem Rückweg von Hochheim entdeckten wir, dass die Donnermühle wieder geöffnet hatte. Gestern den zunächst letzten Tag, macht aber im November wieder auf.
Dadurch lernten wir einen ganz besonderen Apfelwein kennen. Nennt sich zwar „Apfelwein“, ist aber eine Cuvée aus Apfel und Blanc de Noir. Aussagegemäß war dies quasi aus der Not geboren. Da die Apfelernte nicht so üppig war, hatte man sich dazu entschieden, diese Cuvée zu kreieren. Ein bemerkenswertes Produkt. Und lecker!
Die Donnermühle ist übrigens Mitglied im ECOVIN, ein Verband ökologisch arbeitender Weingüter in Deutschland, in dem auch mehrere VDP-Winzer Mitglied sind.
Und dann war da noch dieser 2018-er Pinot Noir, ausgebaut im Barrique. Dazu vielleicht später mehr.
Diesen Monat wieder einmal etwas vom Kloster Eberbach. Ich hatte im April bereits einen Riesling Sekt brut des Kloster Eberbach aus den klösterlichen Weinbergslagen der Bergstraße vorgestellt. Nun liegt das Kloster selbst im Rheingau. Und irgendwie entwickelte sich bei mir der Gedanke, was Schönes vom Kloster Eberbach vorzustellen, das im Rheingau gewachsen ist. Zunächst mal: Die Weine vom Kloster Eberbach sind durchgängig empfehlenswert. Kloster Eberbach ist Mitglied im VDP, dem Verband deutscher Prädikatsweingüter.
Interessant finde ich immer die Gutsweine der VDP-Weingüter, die jeweils schon mal einen Eindruck davon geben, welchen Anspruch das Weingut an seine von ihm produzierten Weine hat. Es ist aber auch eine schöne Sache, ein Erstes Gewächs oder gar ein Großes Gewächs, die Königsklasse in der VDP-Klassifikation, zu probieren.
Mein Wein des Monats ist der 2022 Steinberger Zehntstück Riesling trocken VDP Erste Lage. Der Steinberg liegt etwa einen Kilometer vom Kloster Eberbach entfernt und ist von einer ca. 3 km langen Mauer umgeben. Das bietet gewissen Schutz vor Verwüstungen durch Wildschweine, aber auch vor kühlen Fallwinden. Die Hanglage ist nach Südsüdwest ausgerichtet und vergleichsweise steil (35 bis 40%). Das Steinberger Zehntstück ist eine Teillage des Steinbergs und ist urkundlich bereits erwähnt, bevor das Kloster in 1136 gegründet wurde.
Blick auf den Steinberg. Links im Bild ist gut die den Steinberg umgebende Mauer zu sehen.
Der Duft des 2022 Steinberger Zehntstück Riesling trocken VDP Erste Lage ist tiefgründig und dicht. Man findet Birne und frischen Pfirsich, aber auch florale Töne. Nach längerem Verweilen im Glas entwickelt sich ein Polster von Limettenduft, der diese Komposition umfängt.
Im Geschmack geben die Limetten zusätzlich zu Birne und Pfirsich eine feine Herbe. Die Säure ist gut eingebunden. Im Abgang ist der Wein lang und anhaltend. Abgerundet wird das Erlebnis von einer dezenten Mineralität.
Ein feiner Wein, für den man sich etwas Zeit nehmen sollte.
Seit etwa sechs Wochen hat das Weingut Altenkirch wieder Restaurantbetrieb. Vor ca. sechs Jahren waren wir das letzte Mal dort. Dann war es längere Zeit geschlossen. Jedes Mal, wenn wir eine unserer Lorch-Touren unternahmen und in der Binger Straße parkten, dachten wir still bei uns oder sprachen es aus: „Schade eigentlich“.
Für Sonntag planten wir, einen Wisper-Trail auszuprobieren, für danach reservierten wir im Weingut Altenkirch.
Los ging es in der Binger Straße, unweit des Weingutes. Von dort waren es noch etwa 400 Meter bis zum offiziellen Startpunkt des Trails. Geplant hatten wir, den Wisper-Trail „In Vino Veritas“ zu laufen. Da dieser nun nicht direkt am Weingut Altenkirch vorbei führte, haben wir ihn zum Ende hin so adaptiert, dass wir direkt beim Weingut ankamen. Vorsorglich hatten wir auch eine Extra-Schleife am Anfang des Weges ausgelassen.
Insgesamt wurde unsere Wanderung dann doch etwa einen Kilometer länger als der eigentlich geplante Wisper-Trail, nämlich 10,5 km. Was ich über den Trail sagen kann: Es geht lange bergauf, zunächst etwas steiler, dann nicht mehr so steil. Ich war den Trail schon mal gelaufen, aber auch im Original, ohne Abwandlung der Wegstrecke, sprang bei mir der Funke nicht so richtig über. Die anderen Trails, die ich bisher gelaufen war, finde ich etwas interessanter. Aber das ist nur meine Meinung. Meine Frau war ganz angetan von der Route.
An der Rheinstraße in Lorch.Blick auf Ruine Nollig.Aussicht mit Blick auf den imposanten Sooneck Bruch zwischen Trechtingshausen und Niederheimbach.Und immer wieder der rote Fingerhut.An dieser Stelle waren wir bereits vom eigentlichen Wisper-Trail abgewichen, da wir nun nach Lorch in Richtung Altenkirch einliefen.Angekommen im Weingut Altenkirch. Für meinen Engel gab es einen Caesar Salad mit Kapern-Sardellensauce, hausgeräuchertem Lachs und Parmesanspänen. Für mich ein Herrensandwich: Tartar auf Ciabatta mit Trüffelcreme, Bacon und Röstzwiebeln. Und danach als Hauptspeise noch einen Caesar Salad.Lucas Grohs und seine Partnerin betreiben das Restaurant mit viel Herzblut, neuen Ideen und Anspruch.
Mein Fazit des Tages:
Ich finde es Klasse, dass es nun ein weiteres Restaurant mit Anspruch und zuvorkommendem Service in Lorch gibt.
Und es verbleiben noch weitere 12 Wisper-Trails, die ich ausprobieren kann.
Wie jedes Jahr am Pfingstmontag wurde auch in diesem Jahr von Rauenthaler Winzern die Bubenhäuser Weinrunde organisiert. Und auch in diesem Jahr konnte man an einer Verlosung teilnehmen, wenn man sich an jedem der sieben Weinstände einen Stempel auf den Teilnahmeschein geben ließ. Für uns Besucher eigentlich eine überschaubare Aufgabe.
Angesagt für den Nachmittag war durchwachsenes Wetter bei bis zu 21°C. Bekommen haben wir strahlenden Sonnenschein. Eigentlich wollten wir mit dem Fahrrad dorthin fahren, weil es bzgl. Parkplätzen immer sehr speziell ist. Leider hatte sich meine Liebste am Vortag aber den Fuß verknackst. Deshalb dann doch per Auto. War ein riesengroßer Fehler. Die Parksituation war diesmal wirklich sehr speziell.
Der Parkplatz „Bolzplatz“, war völlig zugeparkt. Eine große Runde durch den Ort ohne die geringste Aussicht auf einen legalen Parkplatz und unser Entschluss stand fest: Wir fahren nach Kiedrich zum Rieslingfest. Wir wären gerne zur Bubenhäuser Weinrunde gekommen, aber die Umstände sprachen dagegen. Andererseits war es für die Rauenthaler Winzer ein toller Erfolg, dass die Bubenhäuser Weinrunde solch großen Zuspruch fand.
Nach einem kurzen Besuch beim Rieslingfest in Kiedrich (es war noch relativ früh und übersichtlich) schlenderten wir weiter in Richtung Kiedricher Hof. Der Plan war, dort zu Abend zu essen. Allerdings war es erst kurz vor 16 Uhr und wir suchten einen Ort, an dem wir die Zeit angenehm überbrücken konnten. Gut gefallen hatte uns bei einem Besuch vor einiger Zeit das Keller & Kunst Kontor, das sehr zuvorkommend und sehr kenntnisreich von Hubert Allert geführt wird. Und so gingen wir wieder hin. Und es wurde wieder ein schöner Nachmittag. Das Keller & Kunst Kontor ist liebevoll eingerichtet, besonders gefällt uns der kleine Hinterhof, in dem zwei Café-Tischchen mit Stühlen stehen. Hubert Allert weiß so gut wie Alles (nicht nur) über Rheingauer Weine und ist uns bisher noch keine Antwort zu Wein oder Weingütern schuldig geblieben.
Hubert Allert vom Keller & Kunst Kontor Kiedrich.
So nahm dieser Tag einige Wendungen und wir ließen ihn ausklingen im Kiedricher Hof. Diesmal in der offenen Scheune, die zum Außenbereich des Restaurants gehört.
Wie im letzten Jahr, so auch dieses Jahr: Am ersten Tag der Rheingauer Schlemmerwochen sind wir im Wein- und Sektgut F.B. Schönleber zu einer kulinarischen Weinprobe. Florian Kreller und sein Team von „Die Wirtschaft“ haben wieder ein vorzügliches 4-Gänge- Menü gezaubert, das von Sekt und Wein der Brüder Schönleber begleitet wurde.
Wir haben glücklicherweise noch ein Zimmerchen im Hotel der Schönlebers bekommen. So können wir den Abend unbeschwert genießen. Anders als gedacht, moderiert Bernd Schönleber den Abend alleine, da Ralf Schönleber dringend in die Weinberge musste. Das Wetter bringt zur Zeit einige Probleme für den Weinbau, denen oft zeitnah entgegengewirkt werden muss.
Wieder gab es Einiges zu lernen. Hätten Sie gewusst, dass nur etwa 2% des in Deutschland hergestellten Sektes nach der Methode der klassischen Flaschengärung hergestellt wird?
Auch interessant: Für die zweite Gärung (Flaschengärung) werden etwa 24 Gramm eines Zucker-Hefe-Gemisches je Flasche zugegeben. Und nach der Gärung sind auf der Flasche ca. 6 Bar Druck, der durch das Vergären des Zuckers bzw. die resultierende Kohlensäure entsteht.
Wir erfahren auch, dass die Ertragsreduzierung bereits im Blütestadium stattfindet. Würde man erst dann ausdünnen, wenn die Trauben schon ausgeprägt sind, so besteht die Gefahr, dass von angeschnittenen Trauben Saft austritt. Das wiederum könnte zu Pilzbefall und Risiken für die Weinqualität führen. Frühe Ertragsreduzierung ist also ein Qualitätsmerkmal.
Erwartungsgemäß war es wieder ein toller Abend mit schönen Eindrücken, interessanten Geschichten und netten Gesprächen mit Gleichgesinnten.
Susanne Schönleber schenkt den Begrüßungssekt ein, eine Cuvée Katharina, Riesling Sekt brut.Bernd Schönleber führte kenntnisreich und amüsant durch den Abend.Der erste Gang: Spargelsalet mit pochiertem Ei und Algen-Caviar-Schmand.Waldmeister-Frischkäse-Mousse mit frischen Erdbeeren zum Abschluss.Angeregte Gespräche, mein Engel schaut zu mir.